
Die Realitäten beim Bau ultralanger Infrarotheizer für Glasöfen
Wenn man einen Glasofen entwirft, wird schnell klar, dass man einfach keine Standardlampe nehmen und sie nur verlängern kann. Ab einer Länge von 2 Metern wirkt die Physik gegen einen – es entstehen Spannungsabfälle, thermische Ausdehnungen sowie „Kaltstellen“, die ganze Glaschargen zerstören können.
Die richtige Leistung einstellen
Wir schätzen die Leistung nicht einfach nur grob ab. Stattdessen berechnen wir genau, wie viele Watt jedes einzelne Zentimeter benötigt, damit die Temperatur im gesamten Glas gleichmäßig bleibt.
Für solch lange Anlagen verwenden wir in der Regel keine Standard-220-V-Anlagen. Warum? Weil bei der Verwendung Dutzender solcher Lampen die Stromlast extrem hoch wird. Hochspannungsanlagen verhindern, dass die Verkabelung überhitzt. Wenn die Leistung nicht perfekt ausgeglichen ist, brennen die Enden der Lampen aus, während der mittlere Teil kaum noch funktioniert. Niemand möchte alle paar Wochen neue Lampen einsetzen müssen.
Mit der Hitze und der Ausdehnung umgehen
Für die Wolframfäden verwenden wir hochreinen Quarz. Kurzwellenstrahlung ist die einzige Möglichkeit, Wärme schnell tief in das Glas zu bringen, ohne dabei die Umgebungsluft zu erhitzen.
Aber es gibt ein Problem: Ein 2-Meter-langer Rohr wird beim Erhitzen physisch länger – es dehnt sich aus. Wenn man das Rohr fest fixiert, wird das Glas unter seinem eigenen Druck zerbrechen. Deshalb bauen wir die Befestigungsprofile so, dass dem Rohr etwas Platz bleibt. Wir verwenden außerdem verstärkte Endkappen sowie robuste Stecker, damit das Ganze während der thermischen Prozesse nicht zusammenbricht.
Die Kompromisse, auf die man achten muss
Diese Geräte sind äußerst leistungsstark. Sie bringen das Glas unglaublich schnell auf die gewünschte Temperatur – und sparen zudem viel Platz im Vergleich zu herkömmlichen Gasöfen.
Aber es ist kein Wundermittel. Eine solche Leistungsstärke setzt dem gesamten System viel zu. Der elektrische Anschluss sowie die Kühlventilatoren müssen leistungsfähig genug sein. Wenn die Belüftung die Wärme nicht vom Reflektor entfernen kann, werden die Fäden viel schneller zerstört.
Bevor Sie eine ganze Anlage anschließen, überprüfen Sie unbedingt den Strombedarf. Das erspart Ihnen später große Probleme.