
Das ist die Realität mit Laborglasartikeln: Wenn man die inneren Spannungen im Glas nicht beseitigt, während es abkühlt, wird das Glas zerbrechen. Punkt. Schon eine geringe Temperaturänderung – nur ein paar Grad – kann dazu führen, dass das Glas spontan bricht. Das ist ein Albtraum.
Um das zu verhindern, verwenden wir Infrarotlampen, die in hochreflektierenden Gehäusen untergebracht sind. Das ist die einzige Möglichkeit, eine Präzision von 0,1 °C zu erreichen.
Das Problem mit der Wärme Die meisten Standardheizelemente sind unpräzise. Sie erzeugen Hotspots – und in der Welt der präzisen Behandlung von Materialien sind Hotspots der Feind.
Stattdessen verwenden wir Kurzwellen-Infrarotemitter. Diese dringen tatsächlich in die Oberfläche ein und heizen das Material von innen heraus. Das eigentliche Geheimnis liegt jedoch im Reflektor. Wir verwenden vergoldetes oder poliertes Aluminium, damit jeder Lichtphoton zurück ins Glas reflektiert wird.
Ohne Reflektor geht etwa 40 % der Wärme verloren – an das Gehäuse der Lampe. Dadurch muss die Lampe intensiver arbeiten und wird heißer. Dadurch wird es fast unmöglich, die gewünschte Präzision von 0,1 °C zu erreichen.
Gleichmäßige Erwärmung Damit das Glas nicht bricht, muss die Wärme gleichmäßig auf die gesamte Oberfläche des Glases verteilt werden.
Wir strahlen das Glas nicht einfach mit Hitze ein – das wäre katastrophal. Stattdessen passen wir die Leistungsdichte der Lampe der Dicke der Glaswände an. Zudem verwenden wir PID-Controller, um die Leistung fein abzustimmen. So erreichen der Hals sowie der Boden des Gefäßes zur gleichen Zeit die richtige Temperatur.
Kompromisse Eine solche Präzision benötigt natürlich Platz. Man kann diese Lampen nicht einfach nebeneinander platzieren. Wenn die Reflektoren übereinanderliegen oder das Gehäuse zu eng ist, entstehen „Heat Soaks“ – das verschlechtert die Messergebnisse der Sensoren. Außerdem braucht man ein effektives Kühlsystem für die Enden der Lampen. Andernfalls verbrennen die Filamente viel zu schnell.
Es handelt sich dabei um ein Gleichgewicht zwischen Wärmestärke und Stabilität. Wenn man versucht, Zeit zu sparen, indem man die Lampen überlastet, überschreitet man die Grenzen der Präzision und ruiniert somit die ganze Charge. Das lohnt sich nicht.