
Im Produktionsprozess verhandelt die Uhr nicht. Eine Beschichtung, die ungleichmäßig trocknet, oder eine Laminierfolie, die aufgrund von im Inneren zurückgebliebenem Feuchtigkeit kühl bleibt, wird bereits vor dem Aufruf des Wartungsteams als Schrott betrachtet. Keramik- und Glas-Trockner sind hier keine Zusatzgeräte – sie sind vielmehr Produktionsanlagen, auf die man sich verlassen kann.
Was technisch wichtig ist: Wir bauen diese Geräte mit Near-Infrarot-Emittern aus, die auf das Absorptionsprofil von keramischen Substraten sowie Glasbeschichtungen abgestimmt sind. Dadurch geht die Wärme genau dorthin, wo sie benötigt wird – und nicht in die Luft im Produktionsraum. Dadurch wird eine schnelle Temperaturerholung sowie ein stabiles thermisches Feld erreicht. Typische Module haben eine Leistung von 200–600 kW; die Spannungsangebote reichen von 240 V bis 690 V. Zudem passen diese Geräte in die bestehenden Ofenbereiche und Laminierpressen.
Die Steuerung erfolgt über Thermoelemente sowie eine geschlossene Regelungsschleife. Dadurch bleibt die Höchsttemperatur über die gesamte Breite der Bahn bei ±3 °C. Das ist wichtig, denn Glas verträgt keine Temperaturunterschiede. Selbst kleine Unterschiede zwischen heiß und kalt können zu thermischem Stress führen oder zu ungleichmäßiger Aushärtung der Beschichtung.
Warum das System in der Praxis funktioniert: Bei der Verarbeitung von Glas – beim Trocknen von Beschichtungen, bei der Laminierung von EVA/SGP/PVB sowie bei der Herstellung von Isolierglas – geht es darum, eine gleichbleibende Qualität bei hoher Geschwindigkeit zu gewährleisten. Near-Infrarot-Technologie ermöglicht ein schnelleres Trocknen der Beschichtungen, wodurch man die Länge des Ofenbereichs verkürzen kann. Bei der Laminierung verringert eine schnellere Erwärmung die Zeit, in der die Folie bei Grenztemperaturen liegt – dadurch werden Blasen- und Trübungsfehler reduziert.
Bei der Herstellung von Isolierglas verbessert das Vorgeheize der Zwischenräume und Kanten den Klebevorgang sowie die Gleichmäßigkeit der Kanten. Dadurch werden weniger Produkte wegen Klebehindernissen aussortiert. Der Energieverbrauch sinkt, da die Wärme gezielt eingesetzt wird und die Verweilzeit kürzer ist. Dadurch kann man mehr Produkte pro Schicht herstellen, ohne zusätzliche Öfen einsetzen zu müssen.
Dinge, die man erst durch Erfahrungen lernt: Near-Infrarot-Technologie funktioniert nur, wenn der Strahl eine freie Sichtlinie hat. Daher spielen die Geometrie der Teile sowie die Schattenwurfeffekte eine Rolle. Es erfordert etwas Zeit, um die richtige Geschwindigkeit der Bahn, die Leistungsintensität sowie die Verweilzeit für jede Produktkombination einzustellen. Die Installation ist auf den meisten Anlagen einfach möglich – doch es sind ausreichende Kühlungsmöglichkeiten sowie saubere Luftzirkulation erforderlich. Staub auf den Emittoren und Reflektoren mindert die Leistung des Geräts.
Legen Sie schon im Voraus fest, welche Spannung und welche Anschlussart für Ihr Gerät geeignet sind. Stellen Sie außerdem sicher, dass genügend Platz für die Wartung vorhanden ist. Wenn alles richtig eingestellt ist, kann das Gerät lange Zeit zuverlässig arbeiten. Doch der eigentliche Nutzen entsteht erst dann, wenn das Heizprofil auf das Glas sowie den jeweiligen Herstellungsprozess abgestimmt ist.